Porzer Friedensgebet
Montag, den 16.5.2022

Gott, Urbild des Friedens und der Liebe, in dreifacher Weise hast du allen Menschen dein Friedensgeschenk angeboten: Als Schöpfer des Lebens, als Erlöser aller Menschen und als Einheit und Gemeinschaft stiftender Geist. Gib, dass sich alle deinem Friedensgeschenk öffnen, und aus dieser Kraft Frieden leben können. Amen.

Lied: „Unfriede herrscht auf der Erde“ GL 831, 1-3

Wir trauen unseren Augen nicht
Wir glaubten doch so an den Frieden
Wir glaubten doch so an die Freiheit
Wir glaubten doch so an Verträge
Wir glaubten doch so ans Geschäft
Wir glaubten doch so der Vernunft
Und jetzt bricht alles weg. Sei Herr, Jesus, sei Herr
Sei Herr dieses Despoten
Sei Herr diesem Herrn
Sei Herr seiner Generäle
Sei Herr diesen Herren
Sei Herr, Jesus, sei Herr
Schenk Weisheit, Jesus, Herr
Schenk Einsicht, Jesus, Herr
Schenk Frieden, Jesus, Herr
Schenk jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Amen

kurze Stille

Lesung aus dem Buch Micha (4, 1-4)

Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg des Hauses des HERRN steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen Völker. Viele Nationen gehen und sagen: Auf, wir ziehen hinauf zum Berg des HERRN und zum Haus des Gottes Jakobs. Er unterweise uns in seinen Wegen, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion zieht Weisung aus und das Wort des HERRN von Jerusalem. Er wird Recht schaffen zwischen vielen Völkern und mächtige Nationen zurechtweisen bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht mehr das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Und ein jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum und niemand schreckt ihn auf. Ja, der Mund des HERRN Heerscharen hat gesprochen.

Gott,

sei da in diesen kriegsdurchfurchten Nächten.

Sei das leise Schlaflied, dass die Kinder in den Städten der Ukraine ruhig einschlafen lässt und ihnen einen Traum vom Frieden einflüstert, den kein Bombengetöse zerreißt.

Sei der juckende Zweifel, der den russischen Panzerführer innehalten lässt.

Sei die Unruhe, die Menschen auf die Straße treibt in vielen Städten der Welt

Sei der Funke Hoffnung, der Politiker und Politikerinnen in der Nacht zum Telefon greifen lässt.

Sei der lange Atem, der Menschen überall auf dem Globus an friedlichen Lösungen arbeiten lässt.

Sei das leise Flüstern, das mich ahnen lässt:

Dieses Gebet und die Millionen anderen gehen nicht ungehört an dir vorbei.

Lied: „Meine Seele ist stille in dir“ GL 809, 1 + 2

Gott, wir tragen die Sehnsucht nach Frieden, nach Frieden in der Welt in unseren Herzen.

Gott, unser Vater, wir bitten dich erhöre uns

Für die Menschen in der Ukraine, dass der Krieg und das Blutvergießen ein Ende findet.

Für alle Menschen, die vor diesem Krieg betroffen sind, die in ihrer Heimat ausharren oder auf der Flucht sind, schenke ihnen Zeichen der Hoffnung, dass dieser Krieg ein Ende findet.

Für die verantwortlichen Politiker, die die Menschenrechte mit Füßen treten: Rufe ihnen ins Gewissen, damit sie ihr Handeln ändern und schenke ihnen den festen Willen zu Verständigung, Friede und Gerechtigkeit.

Für alle, die in diesen Tagen Angesichts des Krieges noch ängstlicher, noch hoffnungsloser werden – ermutige sie, im Geist des Friedens einander Stütze und Halt zu sein.

Vater unser:  

Unser Vater, der uns näher ist, als wir selbst,

dein Name möge sich als „Gott der Befreier“ in unseren Händen offenbaren.

Deine neue Welt komme bald, mit Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit und Frieden.

Dein Wille geschehe durch uns, so dass wir mitwirken an der Befreiung aller Menschen.

Das Brot und die Güter der Erde sollen verteilt werden an alle.

Lass nicht zu, dass wir nach Macht streben, um Menschen zu beherrschen

Erlöse uns von aller Sklaverei, von Unrecht und Unterdrückung, so dass wir neue

Menschen sein können.         Amen

Friedensgebet:

Ich kann die Welt nicht verwandeln: Ich kann den Hass nicht besiegen,

nicht den Krieg, nicht die Armut, nicht den Hunger, nicht die Einsamkeit,

nicht die Krankheit, nicht den Tod.

Doch ich kann die Hand zur Versöhnung ausstrecken, Vergeltung unterlassen,

von meinem Reichtum etwas abgeben, auf übermäßigen Konsum verzichten,

unvoreingenommen auf Menschen zugehen, da sein, wenn ich gebraucht werde.

Das alles hebt die Welt nicht aus den Angeln, macht sie aber allemal menschlicher.

Diese kleinen Schritte zu gehen, weil ich an ihre Wirkung glaube.

Lied: „Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen“ GL 832

Segen

Gehen wir in diesen Abend und in die neue Woche mit dem Segen des dreieinigen Gottes.

Mit dem Segen des Schöpfers dieser Welt,
der Versöhnung schafft zwischen Gott und Mensch, Himmel und Erde.

Mit dem Segen unseres Herrn, des Friede-Fürsten,

der uns Menschen Bruder wurde und Erlöser aus Unfrieden und Ungerechtigkeit.

Mit dem Segen des Heiligen Geistes, der uns auf den Weg Jesus Christi weist, damit wir ihm nachfolgen und selbst zu Friedenstiftern werden. So segne uns der allmächtige Gott – der Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen